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Neue Erkenntnisse über den Einsatz von Abführmitteln bei Verstopfung
Eine neue Untersuchung klärt irrtümliche Annahmen zum Einsatz von Abführmitteln auf
Die über viele Jahre dargestellten Annahmen zu den Ursachen und Therapiemöglichkeiten der Verstopfung sind das Thema eines neuen und unabhängigen Artikels, der am 4. Jänner im American Journal of Gastroenterology1 veröffentlicht wurde. Die Verfasser des Artikels kommen zu dem Schluss, dass viele Aspekte der Verstopfung und der Einsatz von Abführmitteln auf fälschlichen Annahmen und Missverständnissen beruhen.

Verstopfung ist für viele Menschen ein unangenehmes bzw. manchmal sogar peinliches Thema, und sowohl Ärzte als auch Verbraucher sind zum Teil nicht richtig über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dieses Leidens informiert. Eine weltweite Analyse in 12 Ländern zeigte, dass die meisten Menschen irrtümlich davon ausgehen, dass Verstopfung in erster Linie auf eine an Ballaststoffen mangelnde Diät und zuwenig körperliche Betätigung zurückzuführen ist. Sie nehmen daher an, eine Symptomlinderung durch Aufnahme von Ballaststoffen und einen erhöhten Flüssigkeitskonsum erreichen zu können.2

Der Artikel „Myths and Misconceptions About Chronic Constipation” korrigiert viele dieser falschen Annahmen und zeigt, dass diese in den wenigsten Fällen auf harten Fakten beruhen oder medizinisch belegt sind. Eine der wichtigsten Beobachtungen des Expertenteams ist, dass Ernährung und Lebensstil nicht als Hauptursachen einer Verstopfung angesehen werden können. Auch wenn für viele Menschen eine ballaststoffreiche Ernährung vorteilhaft ist, kommen die Verfasser zu folgenden Ergebnissen: Viele Patienten mit schwerwiegender Verstopfung erfahren durch die Aufnahme zusätzlicher Ballaststoffe eine Zustandsverschlechterung,1 und eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme bringt gar keine Linderung, bzw. nur in jenen Fällen, wo Nachweise für eine Dehydrierung vorliegen.1

Die Verfasser des Artikels kamen zu dem Schluss, dass viele Studien die Behauptung entkräften, der Einsatz von Abführmitteln führe zu Schäden des Dickdarms1 .

Professor Müller-Lissner, der führende Autor des Artikels, erklärte: „Viele an Verstopfung leidende Menschen entwickeln Schuldgefühle und sehen sich selbst als für ihre Symptome verantwortlich, da sie fälschlicherweise ihren Lebensstil als Ursache ansehen. Diese Analyse bietet dem Patienten und dem behandelnden Arzt eine starke und legitime Grundlage für den Abbau dieser Schuldgefühle.“
Literatur
1. Müller-Lissner SA, Kamm MA, Scarpignato C, Wald A. Myths and Misconceptions About Chronic Constipation. American Journal of Gastroenterology 2005; www.amjgastro.com
2. Meta-Analysis 1995-2001, CHC Market Research WM (Omnibus, Quantitative and Qualitative Studies). (data on file)


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